[Rezension]: „Ohrfeige“ von Abbas Khider

Lesegrund
Der Titel und das Cover machten mich neugierig, als ich erfuhr, dass dieses Buch auf die Bestsellerliste kommen sollte. Als es dann bei uns in der Bücherei stand, las ich den Klappentext und wusste: dieses Buch muss ich auf jeden Fall lesen!

Worum geht es?
Karim Mensy will aus dem Irak nach Frankreich fliehen, da sein Onkel dort wohnt. Allerdings steht er, als er aus einem Laster steigt, in hohem Schnee und muss sich zur nächsten Ortschaft durchkämpfen. Bald dämmert ihm, dass er sich nicht, wie geplant, in Frankreich, sondern in Deutschland, besser gesagt in Bayern befindet.
Und hier muss er nun bleiben, da er hier offiziell das erste Mal europäischen Boden betreten hat.
Karim wird von einem Heim in ein anderes gebracht,schließt Freundschaften, erlebt höchst skurrile Situationen und möchte seinen wahren Asylgrund um jeden Preis verschweigen, da man ihn sonst wieder in den Irak zurückschickt…

Schreibstil
Das Buch lies sich nicht nur wegen der spannenden Thematik in einem Rutsch weglesen. Der Schreibstil passt perfekt zu den berührenden Schilderungen all der Unwegsamkeiten und Probleme, die Karim während seines Aufenthalts in Deutschland Schwierigkeiten bereiten. Die unaufgeregte, aber klare Sprache helfen einem als Leser, sich besser in Karims Situation hineinzuversetzen.

Negatives
Dieses Buch hat mich umgehauen. Einzig und allein mit Karims wahrem Grund, Asyl in Europa zu suchen und sich auf die gefährliche Flucht aus dem Irak zu machen, erschien mir etwas zu übertrieben. Mir ist klar, dass er deshalb fliehen wollte, aber dieser Grund, Asyl zu suchen, schien mir dann doch etwas zu weit hergeholt.

Positives
Alles außer dem Asylgrund? Abbas Khiders Schreibstil ermöglichtes es einem, in wirklich jeder Situation mit Karim mitzufühlen, man sah durch seine Augen, man fühlte mit Karims Herzen. Und ich wollte unbedingt wissen, wie er sich in die seltsame, verzweifelte Situation, die gleich am Anfang beschrieben wird, hineinmanövriert hat. Ein tolles Buch, ein meiner Meinung nach sehr wertvolles Buch, das gerade jetzt unglaublich aktuell ist und dass im Jahr 2016 jeder lesen sollte!

Fazit
Eine sehr skurrile, aber auch in der Realität durchaus denkbare Szene zu Beginn, die mich neugierig auf den gesamten Rest des Buches gemacht hat. Ein sehr aktuelles Thema, auch wenn die Handlung im Jahr 2001 spielt. Ein Buch, das die gesellschaftlich und politisch gegenwärtige Situation widerspiegelt und einem klarmacht, worauf es ankommt:Menschlichkeit, Mitmenschlichkeit, Mitgefühl und Verständnis. Unbedingt lesen!

Diese Rezension erscheint außerdem auf goodreads.com und lovelybooks.de.

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