Montagsfrage 22

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Nachdem ich aus Zeitmangel eine Montagsfrage ausgesetzt habe, die Fragen aber immer sehr gerne beantworte, kommt hier nun ein neuer Montagsfragen-Post.

Die Montagsfrage ist eine  Aktion, die von Svenja von Buchfresserchen geführt wird. Diese Woche hat sich die Frage Dark Fairy von Dark Fairys Senf ausgedacht:

Montagsfrage: Wenn du liest, stellst du dir dann bewusst alles vor oder passiert das eher automatisch? Oder liest du einfach ohne Kopfkino?

Meine Antwort darauf kommt der von Svenja schon sehr nahe. Ich stelle mir Personen, Tiere oder Situationen nicht bewusst vor, indem ich mir denke: „Das musst du dir jetzt vorstellen!“. Es passiert einfach automatisch. Wirklich detailliert stelle ich mir Charaktere aber, genau wie Svenja, nicht vor. Es passiert schonmal, dass ich mir einen Charakter so vorstelle, dass ich jemandem, der im Zeichnen besser ist als ich, eine Beschreibung geben könnte und diesen Charakter zeichnen lassen könnte. Aber das ist eher selten.

Es liest sich vielleicht komisch, aber sehr oft sind Charaktere bei mir viel mehr ein Gefühl als ein Bild. Ich weiß, wie sie ticken, was sie in diesem Moment fühlen. Detaillierter stelle ich mir da Gebäude oder Landschaften vor.

Dass meine Vorstellungskraft so gut funktioniert finde ich meist toll, aber wenn ich zum Beispiel Stephen King lese und es mal wieder sehr eklig wird, würde ich mir manche Sachen auch lieber nicht so detailliert vorstellen.

Wie ist das denn bei euch so? Lest ihr mit oder ohne Kopfkino? (Ich kann mir irgendwie gar nicht vorstellen, wie das gehen soll – ohne Kopfkino zu lesen. Aber ich werde gerne eines Besseren belehrt!)

[Themengeraschel]: challenge accepted!

Hier auf dem Blog ist es ziemlich ruhig geworden, was daran lag, dass ich letzte Woche beruflich sehr viel zu tun hatte und Abends dann meist nur noch müde ins Bett geplumpst bin. Dieses Wochenende bin ich aber zum Glück wieder etwas mehr zum Lesen gekommen – und das macht mich so glücklich!

Wie ihr wisst, mache ich dieses Jahr ja unter anderem bei der „SuB-Abbau-extrem“-Challenge mit. Bisher habe ich mein gesetztes Abbauziel von einem Buch pro Monat immer geschafft, die Monatsaufgabe, für die man Zusatzlose bekommt, die man am Ende der Challenge dann einsetzen kann, allerdings noch nie. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, als ich auf Twitter die Monatsaufgabe für April gelesen habe:

SuB-AbbauAufgabeApril

DAS würde doch endlich mal zu schaffen sein! Sofort begann ich am folgenden Wochenende in meinen Regalen herumzuräumen und musste enttäuscht feststellen, dass die meisten meiner Bücher über 300 Seiten dick sind. Ein paar habe ich dann noch gefunden, die nicht mehr als 300 Seiten lang sind:

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, so viele dieser Bücher wie möglich zu lesen, was auch ganz gut anfing, denn „Der gelbe Vogel“ von Myron Levoy habe ich bereits gelesen und kann es jetzt wirklich nicht verstehen, dass dieses tolle Buch so lange in meinem „Regal ungelesener Bücher“ stand.

Tja…dann kam mir mein eBook-SuB dazwischen, den ich zu meinem SuB gar nicht dazugezählt hatte. Nachdem ich letztes Wochenende „Auerhaus“ verschlungen habe und hin und weg war, ging ich gestern ins Bett und konnte nicht mehr aufhören, in „Ein Sommer und vier Tage“ von Adriana Popescu weiterzulesen, bis ich es beendet hatte. So eine süße Geschichte! Ich vermisse Paula mit W und Lewis jetzt schon ein bisschen.

Nachdem ich um halb drei Uhr morgens (so lange war ich schon lang nicht mehr wach!) überlegte, was ich als nächstes lesen könnte, fiel mir die „Skulduggery Pleasant“-Reihe von Derek Landy, die ich auch noch auf meinem eReader habe, in die Hände. Bis Buch Nummer 3 bin ich schon einmal gekommen, allerdings ist das inzwischen so lange her, dass ich große Teile der Handlung wieder vergessen habe.

Heute Nacht habe ich dann noch mit dem Re-Read begonnen und bin wieder restlos begeistert! Diese Reihe darf mich dann auch nach Wien begleiten, wohin es nächste Woche gehen wird. Die ersten paar Seiten sind gelesen und ich bin wieder restlos im „Skulduggery-Pleasant“-Fieber!

 

[Rezension]: „Ohrfeige“ von Abbas Khider

Lesegrund
Der Titel und das Cover machten mich neugierig, als ich erfuhr, dass dieses Buch auf die Bestsellerliste kommen sollte. Als es dann bei uns in der Bücherei stand, las ich den Klappentext und wusste: dieses Buch muss ich auf jeden Fall lesen!

Worum geht es?
Karim Mensy will aus dem Irak nach Frankreich fliehen, da sein Onkel dort wohnt. Allerdings steht er, als er aus einem Laster steigt, in hohem Schnee und muss sich zur nächsten Ortschaft durchkämpfen. Bald dämmert ihm, dass er sich nicht, wie geplant, in Frankreich, sondern in Deutschland, besser gesagt in Bayern befindet.
Und hier muss er nun bleiben, da er hier offiziell das erste Mal europäischen Boden betreten hat.
Karim wird von einem Heim in ein anderes gebracht,schließt Freundschaften, erlebt höchst skurrile Situationen und möchte seinen wahren Asylgrund um jeden Preis verschweigen, da man ihn sonst wieder in den Irak zurückschickt…

Schreibstil
Das Buch lies sich nicht nur wegen der spannenden Thematik in einem Rutsch weglesen. Der Schreibstil passt perfekt zu den berührenden Schilderungen all der Unwegsamkeiten und Probleme, die Karim während seines Aufenthalts in Deutschland Schwierigkeiten bereiten. Die unaufgeregte, aber klare Sprache helfen einem als Leser, sich besser in Karims Situation hineinzuversetzen.

Negatives
Dieses Buch hat mich umgehauen. Einzig und allein mit Karims wahrem Grund, Asyl in Europa zu suchen und sich auf die gefährliche Flucht aus dem Irak zu machen, erschien mir etwas zu übertrieben. Mir ist klar, dass er deshalb fliehen wollte, aber dieser Grund, Asyl zu suchen, schien mir dann doch etwas zu weit hergeholt.

Positives
Alles außer dem Asylgrund? Abbas Khiders Schreibstil ermöglichtes es einem, in wirklich jeder Situation mit Karim mitzufühlen, man sah durch seine Augen, man fühlte mit Karims Herzen. Und ich wollte unbedingt wissen, wie er sich in die seltsame, verzweifelte Situation, die gleich am Anfang beschrieben wird, hineinmanövriert hat. Ein tolles Buch, ein meiner Meinung nach sehr wertvolles Buch, das gerade jetzt unglaublich aktuell ist und dass im Jahr 2016 jeder lesen sollte!

Fazit
Eine sehr skurrile, aber auch in der Realität durchaus denkbare Szene zu Beginn, die mich neugierig auf den gesamten Rest des Buches gemacht hat. Ein sehr aktuelles Thema, auch wenn die Handlung im Jahr 2001 spielt. Ein Buch, das die gesellschaftlich und politisch gegenwärtige Situation widerspiegelt und einem klarmacht, worauf es ankommt:Menschlichkeit, Mitmenschlichkeit, Mitgefühl und Verständnis. Unbedingt lesen!

Diese Rezension erscheint außerdem auf goodreads.com und lovelybooks.de.

Lesemonat März

Irgendwie scheint dieses Jahr bei mir das Jahr der Leseflaute zu werden. Ich weiß auch nicht. Bei meiner Goodreads-Challenge hänge ich fünf (!) Bücher hinterher, da ich dieses Jahr erst acht Bücher gelesen habe. Im Januar und Februar hatte ich sehr viel Stress, aber was im März passiert ist, kann ich mir so gar nicht erklären. Anfang des Monats war ich noch so positiv gestimmt, da ich mal wieder ein Buch an einem Tag gelesen habe und das sowas von genossen habe.

Und dann…dann kam „A cuckoo’s calling“ von Robert Galbraith. Und ich mochte dieses Buch. Ich mochte Cormoran und Robin, ich fand es allerliebst, dass der Ermittler und seine Sekretärin beide Namen haben, die auch Vogelnamen sind und mochte generell beide Charaktere sehr, die Handlung plätscherte anfangs noch etwas dahin und ich kam schwer hinein, aber ich habe mich mit dem Buch nicht gelangweilt, ganz im Gegenteil. Ich wollte lesen, aber ich habe jeden Tag nur höchstens ein Kapitel geschafft, bevor ich einschlief. Und das war irgendwie frustrierend. Vielleicht liegt es auch an der SuB-Abbau-Challenge, vielleicht bremst mich das zu sehr aus und Challenges sind einfach nichts für mich.

Diese Gedanken habe ich mir im März oft gemacht. Aber abbrechen werde ich weder die SuB-Abbau-Challenge, noch die Aktion „Das Jahr des Taschenbuchs“, beides jetzt das ganze Jahr durchzuziehen bin ich meinem Ehrgeiz schuldig.

So, jetzt ist aber Schluss mit meinem Gejammere. Das war mein Lesemonat März:

07. Jorge Gonzalez, “Hola Chicas! Auf dem Laufsteg meines Lebens” – 4/5
08. Robert Galbraith, “The cuckoo’s calling” (Cormoran Strike #1) – 4/5

Ich habe diesen Monat zwar nur zwei Bücher gelesen, aber beide haben mir wirklich gut gefallen. „Hola Chicas!“ von Jorge Gonzalez hatte ich schon sehr lange auf dem SuB liegen. Meine Mutter hatte es mir ausgeliehen und meinte, ich solle es unbedingt lesen. Ich war zimelich skeptisch, aber sobald  ich es in der Hand hatte und etwas hineingelesen hatte, konnte ich nicht mehr aufhören.

Und dank „The cuckoo’s calling“ bin ich nun sehr gespannt auf Cormoran Strikes‘ nächsten Fall – und wie es mit Robin und ihm weitergeht. Momentan lese ich allerdings erst einmal „Ohrfeige“ von Abbas Khider und bin jetzt schon sehr berührt und beeindruckt von diesem Buch. Wie lief denn euer März lesetechnisch so? Hoffentlich besser als meiner?