[Rezension]: „Blind Walk“ von Patricia Schröder

Es ist schon etwas länger her, dass ich dieses Buch gelesen habe, aber da es noch viel länger her ist, dass ich die letzte Rezension geschrieben habe, dachte ich – das passt.

Lesegrund
Dieses Buch wurde unserer Bücherei für den „Krimi-Club“, eine Veranstaltungsreihe, die einige Monate in unserer Bücherei stattfand, von einem ortsansässigen Krimi-Autoren zusammen mit vielen, vielen anderen Büchern, die ebenfalls für den Hansjörg-Martin-Preis eingereicht wurden, geschenkt. Der Hansjörg-Martin-Preis ist ein Preis für den besten Kinder- und Jugendkrimi, der jedes Jahr verliehen wird. Ich war bei mehreren Krimi-Club-Treffen dabei und wurde so neugierig auf das Buch. Auch das Cover sprach mich sofort an. Deshalb musste ich es, nachdem es dann für den „normalen“ Jugendbuchbestand umgearbeitet war, sofort mitnehmen.

Inhalt
Die 17jährige Lida nimmt zusammen mit ihrem Freund Jesper an einem „Blind Walk“ teil. An einem Wochenende werden sie zusammen mit einigen anderen Jugendlichen von zwei Männern mit einem Kompass, einem „Notfallhandy“ und einigen wenigen anderen Dingen in der Wildnis ausgesetzt und müssen gemeinsam versuchen, wieder in die Zivilisation zurück zu gelangen. Doch die Stimmung unter den Jugendlichen ist von Anfang an sehr angespannt und als sie dann noch die Leiche einer der beiden Männer, die sie hergebracht haben, finden, bricht Panik aus.

Charaktere
Ich habe von Anfang an mit Lida mitgefiebert, allerdings konnte ich viele ihrer Handlungen und vor allem ihre Gefühle für Jesper nicht so ganz nachvollziehen. Sie wünscht sich wohl eine Beziehung mit ihm und denkt, sie sei seine Freundin, während er nur Sex will und ihre Beziehung von Anfang an als eine lockere Affäre angesehen hat.
Als weiteres Konfliktpotential kommt noch hinzu, dass Jesper Lida auf diesem „Blind Walk“ eigentlich gar nicht mit dabei haben wollte und Natascha, ein Mädchen aus der Gruppe, ein Auge auf ihn geworfen zu haben scheint. Lida tat mir einfach nur leid, da sie sich etwas völlig anderes von ihrem Kontakt mit Jesper versprochen hatte und sie ihm scheinbar rein gar nichts bedeutet. Jesper selbst war – außer in einigen lichten Momenten – der Unsympat wie er im Buche steht. Genau wie Natascha, die die ganze Zeit über nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht zu sein scheint.

Die Zusammenstellung der einzelnen Charaktere der Gruppe ist schon aus anderen Jugendthrillern dieser Art bekannt – einer, der sich in der schwierigen Situation gleich als Anführer hervortut, eine, die mit der Situation überhaupt nicht klar kommt und die Gruppe sehr belastet. Sehr viele der Charaktere waren mir am Anfang schlicht nicht sympathisch, was aber der Spannung keinen Abbruch tat – ich fand es interessant, herauszufinden, was wirklich hinter einzelnen Charakteren steckt. Teilweise war mir die Verteilung in „gute Charaktere“, die die Gruppe voranbringen und „böse Charaktere“, die die Gruppe behindern, anfangs etwas zu klischeehaft, das änderte sich allerdings mit der Zeit.

Meine Meinung
Trotz der Kritikpunkte, was die anfangs etwas zu stereotypen Charaktere angeht, konnte ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. In etwas mehr als einem Tag war es beendet und das allein spricht sehr für „Blind Walk“. Richtig interessant wurde es für mich, als es nach etwa der Hälfte des Buches in eine komplett andere Richtung ging, als ich es bei der Kurzbeschreibung erwartet hätte. Ich liebe es, von Autoren so in die Irre geführt und überrascht zu werden.
Alles in allem ist „Blind Walk“ meiner Meinung nach ein spannungsgeladener Jugendthriller, den man nur schwer aus der Hand legen kann und sticht durchaus unter anderen Büchern dieses Genres heraus da die Handlung, wie schon erwähnt, in eine Richtung geht, die ich als Leserin anfangs so gar nicht erwartet hatte.

Deshalb gibt es für das Buch von mir auch 4 von 5 Sternen.

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