[Rezension]: Maggie Stiefvater, „Shiver“

„Shiver (The Wolves of Mercy Falls #1)“ von Maggie Stiefvater

Gelesen vom 12.07.2013 bis zum 24.07.2013

Von der Reihe um die „Wolves of Mercy Falls“ von Maggie Stiefvater hatte ich schon viel Positives gehört. Auf meiner Wunschliste stand diese Trilogie schon seit längerem und als ich vor kurzem eine Amazon-Bestellung aufgab, habe ich mir alle drei Bücher einfach einmal mitbestellt. Die Neugier ist dann doch übermächtig geworden. Das blöde war nur, dass ich nicht darauf geachtet hatte, welche Ausgaben ich mir bestelle und nun den ersten Band der (meiner Meinung nach schöneren) amerikanischen Ausgabe besitze, während die anderen beiden Bände die der britischen Ausgabe sind. Aber daran kann man jetzt eben nichts mehr ändern.

Bei der amerikanischen Ausgabe finde ich besonders schön, dass die Schrift, in der das Buch gedruckt ist, dieselbe Farbe hat, in der auch das Cover gestaltet ist. Wirklich wunderschön.

Darum geht es: Die siebzehnjährige Grace lebt zusammen mit ihren Eltern in Mercy Falls, Minnesota. Sie geht auf die High School, trifft sich mit ihren Freundinnen Rachel und Olivia – und sie liebt es, die Wölfe, die im Wald hinter ihrem Haus leben, zu beobachten. Denn ein Wolf beobachtet auch sie. Ihr Wolf mit den unverkennbaren gelben Augen. Graces Freundinnen sind der Meinung, ihr Wolf-Obsession gehe allmählich zu weit, doch Grace, die als kleines Mädchen von den Wölfen in den Wald verschleppt, angegriffen und gebissen wurde, liebt diese Tiere trotz allem. Sie spürt eine Verbindung zwischen sich und ihnen – und eine ganz besondere zwischen sich und „ihrem“ Wolf.

Sam hingegen lebt zwei Leben. Im Winter streunt er als Wolf zusammen mit seinem Rudel durch die Wälder, im Sommer ist er ein 18jähriger Teenager, der in der örtlichen Buchhandlung arbeitet. Er spürt schon lange, dass zwischen ihm und Grace eine besondere Verbindung besteht und beobachtet sie aus der Ferne selbst als Wolf. Diese ganz besondere Verbindung zwischen ihr und ihm zieht ihn immer wieder zu ihr hin. Und schließlich schafft er es, Kontakt aufzunehmen.

Endlich sind Grace und Sam zusammen, können ihre Liebe nicht mehr nur in Gedanken leben. Die beiden finden sich aber nur zu bald mit schwerwiegenden Problemen konfrontiert: Denn wie soll Grace Sam davon abhalten, zu einem Wolf zu werden, sobald die Temperaturen wieder sinken?

Schon zu Beginn hat mich die Tatsache begeistert, dass über jedem der Kapitel, in denen die Handlung abwechselnd aus der Sicht von Grace und Sam erzählt wird, Gradzahlen in Grad Fahrenheit angegeben sind. So kann man immer sehen, was für eine Temperatur gerade herrscht und weiß auf einen Blick, ob Sam im Moment Gefahr droht oder nicht.

Grace war mir von Anfang an sympathisch, genauso wie Sam. Beide sind trotz ihrer ungewöhnlichen Geschichte einfach so „normale“ Jugendliche, dass es schon fast rührend ist. Gerade weil die beiden sich schon sehr lange kannten, wenn auch die meiste Zeit nur aus der Ferne, wirken sie gleich so vertraut miteinander, dass man als Leser nur denken kann: Diese beiden gehören zusammen. Man verfolgt gebannt Graces aussichtslos erscheinenden Kampf, um Sam möglichst lange davon abzuhalten, wieder zu einem Wolf zu werden und ihn bei sich zu behalten.

Die beiden suchen aus verschiedenen Gründen Halt und finden ihn beieinander. Sam, da er, weil er nur im Sommer ein Mensch sein kann, ein zurückgezogenes Leben führt und Grace, da sie zwar Eltern hat, diese aber scheinbar nur wie in einer Art Zweckgemeinschaft mit ihr zusammenleben und sie so gut wie keine Liebe von ihnen erfährt.

Ich mochte dieses Buch sehr, sehr gerne, es steckt voller Gefühl, ist dabei meiner Meinung nach aber nicht allzu kitschig. Die Art Beziehung, die sie führen, erinnerte mich oftmals meine eigene Beziehung. Maggie Stiefvater kann Gefühle einfach wunderschön beschreiben, sodass man nicht nur darüber liest, sondern sie selbst spürt. Gegen Ende wurde es dann noch einmal sehr spannend und das Ende lies mich wehmütig zurück.

Hier vergebe ich 4 von 5 Sternen, aber auch nur, weil ich noch etwas Luft nach oben lassen möchte.

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3 Gedanken zu “[Rezension]: Maggie Stiefvater, „Shiver“

  1. Okay, das ist jetzt vielleicht eine blöde Frage, aber… Gibt es einen bestimmten Grund, dass Grace Sam davon abhalten will zum Wolf zu werden? Ich meine, der Typ macht das ja anscheinend schon seit 18 Jahren und ist – so wie ich es verstanden habe – in diesem Mercy Falls zu Hause. Kommt er dann nicht sowieso immer wieder zu ihr zurück, wenn er wieder ein Mensch ist? Vor allem, vielleicht würde er ja dann nur tagsüber durch die Wälder streifen und abends bei ihr vor dem Haus schlafen oder sowas. Woher will sie das wissen? Vielleicht besucht er sie ja auch als Wolf den Winter über. Ich meine, okay, nicht optimal, aber besser als gar nichts. Und im Sommer ist dann ja eh wieder alles wie immer. Okay, sie liebt ihn und möchte ihn „bei sich behalten“, aber ich finde es auch nicht richtig, jemandem einen Teil seiner Persönlichkeit zu „verbieten“ (oder es zu versuchen), weil man ihn liebt. Ich glaube, dann liebt man ihn nicht wirklich. Oder WILL Sam kein Wolf sein? Ist das eher so eine Art „Drogensucht“? Das wäre dann natürlich was anderes. Sorry. Daher vielleicht doofe Frage, aber ich verstehe, glaube ich, das Problem gerade nicht.

    • Nee, das ist gar keine blöde Frage. Klar kommt er immer wieder zu ihr zurück, wenn er wieder ein Mensch wird. Manchmal braucht er zwar ihre Hilfe dafür, weil er, nachdem er sich zurückverwandelt hat, leicht desorientiert ist und nicht weiß, wo er sich befindet, aber er kommt zu ihr zurück.

      Das eigentliche Problem ist jetzt:
      ACHTUNG!! HIER NICHT MEHR WEITERLESEN, WENN SICH JEMAND NICHT SPOILERN LASSEN MÖCHTE!!!
      Die Zeit, in der er wieder ein Wolf wird, wird immer länger. Die Zeit, in der er ein Mensch ist, wird immer kürzer. Dabei will er bei Grace sein, er ist so froh, dass es ihm gelungen ist, Kontakt mit ihr aufzubauen, dass sie sogar eine Beziehung führen. Und die beiden sehen sich mit der Situation konfrontiert, dass bisher jeder Mensch, der zum Wolf wurde, irgendwann in seiner Wolfsform blieb. Das ist das große Problem.

      • Ah! Okay. Das ist dann tatsächlich was anderes. JETZT ist es auch wirklich ein Problem. Als ich das gestern gelesen habe, dachte ich mir nur: „Äääh… Ja, und? Wieso kommt sie damit nicht klar? Okay, nicht soooo toll, aber kein Beinbruch.“ Und ganz ehrlich? Ich finde nicht, dass deine Erklärung ein Spoiler ist. Es macht klar, was für ein ernstes Problem da besteht. Ein Spoiler wäre für mich, wenn du geschrieben hättes, wie es letztendlich ausgeht (also, ob er tatsächlich in Wolfsform bleibt oder sie z.B. AUCH zum Wolf werden würde).

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