[Rezension]: Michael Hjort, Hans Rosenfeldt, “Der Mann, der kein Mörder war”

“Der Mann, der kein Mörder war” (Sebastian Bergman #1) von Michael Hjort und Hans Rosenfeldt

Gelesen vom 30.06.2013 bis zum 04.07.2013

Ein Schüler eines Elitegymnasiums wird tot in einem sumpfigen Waldgebiet gefunden. Der Mörder hat nicht nur sehr oft auf ihn eingestochen, sondern ihm auch noch das Herz herausgeschnitten. Alles deutet auf einen Ritualmord hin und die Polizei in der Provinz ist mit dem Fall überfordert. Deshalb reist das Team um Kommissar Torkel von der Reichsmordkommission an, die den Fall übernehmen soll. Doch ein eifriger Streifenpolizist möchte partout mitmischen und als auch noch der frühere Polizeipsychologe und alte Teamkollege Torkels, Sebastian Bergmann von dem Fall Wind bekommt und sich ebenfalls einmischt, weiß Torkel nicht, was er davon genau halten soll. Sein Team ist alles andere als begeistert, als Torkel Bergmann auch noch offiziell an den Ermittlungen beteiligt, doch schon bald stellt sich das als großer Vorteil heraus.

Der Klappentext des Buches klang interessant und mein Vater hatte es schon gelesen und für gut befunden, also nahm ich mir den ersten Fall für Sebastian Bergmann auch einmal aus dem Regal. Anfangs war ich etwas verwirrt, da es sich bei diesem Fall doch um sehr viele verschiedene Ermittler handelt, die sich, abgesehen von ein paar Ausnahmen, nur mit Nachnamen anreden. Und diese Nachnamen klangen oft so gleich. Es passierte mir also hier und da einmal, dass ich die Namen verwechselte, allerdings blieb ich nicht sehr lange so verwirrt.

Dieses Buch beinhaltet eigentlich alles, was ein guter Thriller meiner Meinung nach beinhalten sollte: Einen Mordfall, bei dem nichts so ist, wie es scheint und man als Leser immer wieder andere Leute verdächtigt; einen Mörder, aus dessen Sicht man immer wieder ein Kapitel liest, aber trotzdem nicht dahinterkommt, wer es nun war, einen schwierigen Hauptcharakter wie Michael Bergmann, den man aber trotz seiner Verschlossenheit und seines allgegenwärtigem Sarkasmus schnell in sein Herz schließt und Ermittler, von deren Privatleben man gerade so viel mitbekommt, wie es sich auch auf den Fall bezieht.

Der Mann, der kein Mörder war“ ist unglaublich gut durchdacht. Bei vielen Thrillern geht es mir als Leser so, dass ich zuerst einen Verdacht habe, dann vom Autor wieder auf jemand anderen gelenkt werde, sodass ich denke, mein vorheriger Verdächtiger könne es nicht gewesen sein und am Ende war es doch derjenige, den ich am Anfang verdächtigt hatte. Hier war das aber ganz und gar nicht so. Erst ganz am Schluss hatte ich einen Verdacht gegenüber einer Person – und das war dann doch nicht der wahre Täter. Der Fall ist spannend, der bringt einen zum Nachdenken, er rüttelt auf und was mir besonders gut gefallen hat – der Autor hat es geschafft, dass ich mit jedem einzelnen Ermittler mitfühlen konnte. Dass sie nicht nur Personen blieben, die ermitteln, sondern dass ich sie alle sympathisch fand, dass ich an ihrem Privatleben genauso interessiert war wie an den Ermittlungen im Mordfall. Und dass der eine Handlungsstrang nicht vom anderen ablenkte.

Über 500 Seiten litt ich mit dem armen Streifenpolizisten, der von einem Fettnäpfchen ins andere trat, eigentlich nur helfen wollte und dessen Frau zuhause nur eines wollte – ein Kind von ihm. Um nur ein Beispiel zu nennen, wo mich das private Schicksal eines der Ermittler genauso berührt hat, wie das berufliche.

Weil dieser Thriller mich begeistert hat und mir eine spannende Lesezeit bereitet hat, bekommt er von mir 5 von 5 Sternen.

Reihenfolge:
Der Mann, der kein Mörder war (Sebastian Bergmann #1)
Die Frauen, die er kannte (Sebastian Bergmann #2)
Die Toten, die niemand vermisst (Sebastian Bergmann #3)

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