[Rezension]: Timur Vermes, „Er ist wieder da“

„Er ist wieder da“ von Timur Vermes

Gelesen vom 25.05.2013 bis 28.05.2013

Dieses Buch hat mich, seit ich es in der Buchhandlung liegen sah, brennend interessiert. Deshalb war ich sehr froh, dass meine Mutter es sich gekauft hat und ich es sogar noch vor ihr lesen durfte.

Hitler erwacht im Frühjahr 2011 in einem Hinterhof in Berlin-Mitte. Er hat keine Erinnerung daran, wie er hier her gekommen ist und was überhaupt passiert ist. Der erste Mensch, den er trifft, ist ein Kioskbesitzer, der ihm in seinem Kiosk einen Schlafplatz anbietet. Der Kioskbesitzer hält Hitler für einen Comedian, der seinen wahren Namen nicht preisgeben will und verschafft ihm durch Mitarbeiter eines Fernsehsenders, die er kennt, Kontakte in die Fernsehwelt.

Das ist der Start von Hitlers TV-Karriere. Zunächst ist er Gast in der Show eines türkischstämmigen Comedians, doch das Publikum ist bald so begeistert von ihm, dass er eine eigene Show bekommt. Er wohnt im Hotel, hat sein eigenes Büro und eine Sekretärin.

Ich hatte eigentlich etwas völlig anderes von diesem Buch erwartet. Ich hatte eine Parodie erwartet, ein Buch mit ausnahmslos witzigen Szenen und Dialogen. Doch das war es gar nicht. Die Situationen, in denen Hitler immer wieder war, weil er zum Glück noch nie in unserer heutigen Zeit gelebt hat, waren teilweise wirklich komisch und erinnerten mich ein bisschen an Herbert Rosendorfers „Briefe in die chinesische Vergangenheit“.

Allerdings blieb mir ziemlich oft das Lachen im Halse stecken, die Momente, in denen ich vor mich hin grinste, wurden immer weniger und blieben zum Schluss ganz aus. Ich fand es gut, dass dieses Buch nicht nur parodistische Züge hat, sondern zugleich auch ein gedankliches Experiment ist: Was würde Hitler tun, wenn er in der heutigen Zeit leben müsste? Dieses Buch bringt einen durchaus zum Nachdenken. Denn es ist gar nicht mal so abwegig, dass Hitler als TV-Star berühmt wird. Und das ist doch ziemlich erschreckend.

Aber gerade deshalb fand ich dieses Buch gut. Parodien gibt es viele über dieses Thema, Bücher, die sich ernsthaft mit der Thematik auseinandersetzen noch mehr, aber das war das erste Mal, dass ich eine Mischung aus beidem gelesen habe. Und ich weiß auch jetzt noch nicht, ob mir die Handlung nicht doch eigentlich ein bisschen zu „gruselig“ war.

Ich kann es jedenfalls nur weiterempfehlen!

Hier vergebe ich 4 von 5 Sternen.

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