[Rezension]: Terry Pratchett, „Kleine freie Männer“

„Kleine freie Männer“ von Terry Pratchett

Gelesen vom 14.05.2013 bis 19.05.2013

Auf Kreide kann keine gute Hexe heranwachsen, das weiß jede Hexe mit Erfahrung. Und doch möchte Tiffany Weh, die ihrer Familie mit den Schafen hilft und in der Scheune selbst Käse herstellt, unbedingt die Schule für Zauberei und Hexerei besuchen. Diese verspricht ihr nämlich mehr Wissen, als die gewöhnlichen Lehrer, die ihr nichts mehr beibringen können. Außerdem hat Frau Tick, die zugesehen hat, wie Tiffany dem Monster im See eine handfeste Lektion erteilte und jetzt großen Respekt vor der jungen Frau.

Als ihr kleiner, sie eigentlich immer nervender Bruder Willwoll von der Feenkönigin entführt wird, macht sich Tiffany auf, ihn zurückzuholen. Zusammen mit ihren kleinen, rauflustigen Kumpanen, den „Wir-sind-die-Größten“, macht sie sich auf ins Feenland, wo ewiger Winter herrscht und Trome lauern, die Träumende für immer in ihren schlimmsten Alpträumen gefangen halten können.

Ich hatte zuvor schon einige Bücher der Hexen-Reihe von Terry Pratchett gelesen. Deshalb war es jetzt umso spannender die Anfänge von Tiffany Weh als Hexe miterleben zu können. Die junge Tiffany ist nämlich in mancherlei Hinsicht nicht wie die anderen jungen Frauen im Dorf. Sie interessiert sich sehr für die Lehrer, die immer wieder in die Stadt kommen und bei denen man Lebensmittel gegen Wissen eintauschen kann. Doch ihr Wissen ist bald größer als das vieler Lehrer und so ist sie ganz Ohr, als ihr Frau Tick, eine Hexe, von der Schule für Zauberei und Hexerei erzählt. Auch dass sie die „Wir-sind-die-Größten“, kleine, rauflustige Männlein, die immer auf einen Kampf aus sind, sehen kann, spricht dafür, dass Tiffany bald eine vielversprechende Junghexe sein wird.

Tiffany war mir sehr sympathisch, da sie einerseits Bedrohungen gegenüber sehr unerschrocken agiert und sich durch merkwürdige Dinge nicht aus der Bahn werfen oder von ihrem Weg abbringen lässt, andererseits aber hin und wieder doch Zweifel daran hat, ob sie die richtigen Entscheidungen trifft und ob die Abenteuer, in die sie sich stürzt, nicht doch eine Nummer zu groß für sie sind.

Auch die „Wir-sind-die-Größten“ finde ich immer wieder einfach drollig, da sie jedes Problem mit einer „Haudrauf-Methode“ lösen wollen und oftmals sehr ratlos sind, wenn das nicht funktioniert. Sehr amüsant fand ich auch, dass sie nicht gerade die Kreativsten bei der Namensgebung sind und deshalb die Namen der einzelnen kleinen Persönchen teilweise über eine ganze Zeile gehen und man sie sich unmöglich merken kann.

Kleine, freie Männer“ ist ein tolles Märchen von der Scheibenwelt mit einer durch und durch sympathischen Hauptfigur, vielen kleinen Männern und einem Abenteuer, das spannend und kurzweilig erzählt wird. Ich habe mich vor den Tromen sogar gegruselt und dass ich mich vor Bösewichten aus der Feder von Terry Pratchett gegruselt habe, ist mir vorher auch noch nie passiert!

Hier vergebe ich 4 von 5 Sternen.

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