[Rezension]: Gabriella Engelmann, „Hundert Jahre ungeküsst – Dornrößchens bittersüße Liebesgeschichte“

„Hundert Jahre ungeküsst – Dornrößchens bittersüße Liebesgeschichte“ von Gabriella Engelmann

Gelesen vom 27.04.2013 bis 30.04.2013

Märchen? Auf modern getrimmt? In unserer heutigen Welt spielend? Und das soll unterhaltsam und auch noch amüsant sein? Weil ich schon so viel über die Märchenadaptionen von Gabriella Engelmann gehört hatte, wurde ich neugierig und musste mir einfach eines ihrer Bücher zulegen. Doch welches? Die Entscheidung fiel mir nicht leicht, aber schließlich habe ich mir dann „Hundert Jahre ungeküsst“ gekauft. Ich wollte unbedingt wissen, wie es der Autorin gelingt, Dornröschen, einen Prinzen und eine Dornenhecke in die heutige Realität zu befördern.

Die sechzehnjährige Rosalie ist gerade von daheim ausgezogen und hat ihre Lehre als Hotelfachfrau im Hamburger Schlosshotel angefangen. Die Arbeit macht ihr trotz einiger Strapazen viel Spaß und sie genießt, es ihre eigene Wohnung zu haben und ihr Leben selbst bestimmen zu können. Etwas Abstand zu haben von ihrer übervorsichtigen Mutter, die sie vor allem Leid der Welt beschützen möchte und sich ständig Sorgen um sie macht. Denn was Rosalie nicht weiß: Auf ihr lastet ein Fluch, der von einer alten Freundin ihrer Mutter auf Rosalies Babyparty ausgesprochen wurde. An Rosalies 17. Geburtstag soll etwas schreckliches geschehen. Doch Rosalie ahnt von dem Ganzen nichts. Sie hat sich Hals über Kopf in den Sohn der Eigentümer des Schlosshotels, René Prinz, verliebt. Kann er Rosalie vor dem Fluch, der auf ihr lastet, retten?

Am Anfang des Buches findet man ein Personenregister, in dem alle Charaktere des Buches aufgelistete und beschrieben werden. Zuerst dachte ich: ‚Oh je…das ist bestimmt nur da, weil man sich sonst die vielen Charaktere nicht merken kann.‘, aber so war es gar nicht. Meiner Meinung nach hätte man die Personenaufstellung auch gar nicht unbedingt gebraucht, die Charaktere wurden dem Leser im Laufe der Geschichte alle mal mehr, mal weniger ausführlich vorgestellt.

Zunächst wird beschrieben, was auf Rosalies Babyparty geschah. Diese Handlung orientiert sich sehr an der Märchenvorlage, wirkt aber auf keinen Fall altmodisch, er passt sehr gut in ein Jugendbuch. Danach macht die Handlung einen Sprung in das Jahr 2011 und wird abwechselnd von Rosalie und René erzählt. Das fand ich sehr erfrischend, da man so beide Hauptcharaktere und ihr Leben sehr gut kennenlernt. Rosalie ist mir sofort ans Herz gewachsen, da sie ein ganz normales sechzehnjähriges Mädchen ist, das der übertriebenen Fürsorge ihrer Mutter entfliehen möchte. Sie genießt es, auf eigenen Füßen zu stehen, hat aber oftmals auch Zweifel, ob der vielen Unfälle, die ihr passieren. Zusammen mit ihrer Freundin Melina genießt sie ihre freien Abende und ist froh, in der in Liebesdingen viel erfahreneren Freundin eine Ansprechpartnerin zu haben, als sie und René sich näherkommen.

René war mir zunächst nicht so sympathisch, da er, genau wie sein Freund Rocco, eher lockere Beziehungen mit Mädchen eingehen will. Er zieht von München nach Hamburg, um dort ein Praktikum im Hotel seiner Eltern zu machen und flirtet in Hamburg munter mit einigen Mädels, obwohl in München ebenfalls ein Mädchen sitzt, das sich einbildet, seine Freundin zu sein. Ob sie das wirklich ist, ist René scheinbar nicht so klar, aber als er Rosalie kennenlernt, nervt sein „Anhängsel“ aus München nur noch. Diesen Wesenszug an ihm fand ich dann doch ziemlich unsympathisch. Er entwickelt sich aber meiner Meinung nach sehr zum Positiven und die Liebesgeschichte zwischen ihm und Rosalie ist sehr süß beschrieben.

Das Ende der Geschichte hätte mich eigentlich nicht so überraschen sollen, wie es der Fall war, aber ich war zunächst einmal völlig baff. Ich fand diese moderne Märchenadaption wirklich gelungen, die Geschichte, trotz, dass man das „Grundgerüst“ eigentlich schon kennt, spannend und die Charaktere sehr lebendig und meist sympathisch. Jetzt bin ich gespannt auf die anderen Bücher von Gabriella Engelmann!

Hier vergebe ich 4 von 5 Sternen.

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