[Rezension]: David Mitchell, „Der Wolkenatlas“

„Der Wolkenatlas“ von David Mitchell

Gelesen vom 09.04.2013 bis 17.04.2013

Mein Freund hatte mir schon eine Zeit lang von diesem Buch vorgeschwärmt und schenkte es mir dann zum Abschluss meines Studiums. Ich war erst wirklich skeptisch und befürchtete, dass das Buch mich vielleicht langweilen würde. Etwas neugierig war ich aber schon darauf und deshalb nahm ich es dann auch endlich einmal zur Hand. Und ich bin so froh, dass ich das getan habe! Was ich alles verpasst hätte, wenn er mich nicht auf dieses Buch gebracht hätte!

Zu Beginn bekommt es der Leser erst einmal mit Adam Ewing, einem Notar, der Ozeanien erforscht, zu tun. Die Schilderungen des ihm bisher unbekannten Landes sind ganz im Stil eines Abenteuerromans und das gefiel mir sehr, sehr gut. Er schafft es schließlich, zusammen mit seinem Freund, einem Arzt, auf einem Schiff mitfahren zu können, wo ihm allerdings ein seltsamer Parasit das Leben schwer macht…

Dann wurde ich förmlich in Robert Frobishers aktuelle Lebenssituation hineingeworfen. Vor seinen Gläubigern flieht er aus dem Fenster eines Hotels aus Großbritannien bis nach Belgien, wo er sich einen großen Komponisten als Mäzen verschafft. Nun ja, zumindest darf er bei dem eigensinnigen, alten Mann wohnen und essen und ihm bei dessen Kompositionen behilflich sein. Alles über seinen Aufenthalt erfährt der Leser in Form von Briefen, die er an seinen Freund Sixsmith schreibt.

Wenig später lernt man dann den ominösen Rufus Sixsmith kennen, Wissenschaftler, der dunklen Machenschaften der Atomlobby auf der Spur ist und dessen Kampf später zu dem einer jungen Journalistin wird.

Dann sind da noch Timothy Cavendish, ein Verleger, der sich nach einigen Irrfahrten plötzlich in einem Seniorenheim wiederfindet, das er nicht so schnell wieder verlassen kann, wie er es gerne möchte und, weiter in der Zukunft, der Klon Sonmi~451, die ein nicht erstrebenswertes Leben in einem Schnellrestaurant der Zukunft fristet und nur geschaffen wurde, um den höhergestellten Menschen zu dienen. Bis eines Tages etwas ungewöhnliches passiert, das ihr ganzes vorprogrammiertes Leben durcheinander wirft.

Bis man sich schließlich in einer postapokalyptischen Welt wiederfindet, in der die Menschen sich wieder mit dem behelfen müssen, was der Lebensraum, der übrig geblieben ist, ihnen bietet. Und hier schließt sich der Kreis. Doch wie das geschieht und wie all die einzelnen Geschichten miteinander zusammenhängen, möchte ich nicht verraten. Lest dieses wundervolle Buch, dann erfahrt ihr es!

Trotz meiner Skepsis zu Beginn hat es mich von der ersten Seite an gepackt und dann bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen. Hin und wieder blättert man vor, weil man neugierig ist, wie viele einzelne Geschichten da noch so auf einen zukommen und manchmal blättert man auch wieder zurück, da man wissen will, ob man sich an etwas, das zuvor passiert ist, richtig erinnert. Aber eigentlich möchte man einfach nur immer weiter lesen und ich war am Ende traurig, dass das Buch überhaupt enden musste. Ich hätte noch viel länger in diese vielen einzelnen und so vielseitigen Welten eintauchen können.

Auch wenn er eigentlich kein so sympathischer Mensch ist, litt und bangte ich mit Frobisher, verzweifelte zusammen mit Timothy Cavendish und verfolgte mit Spannung die abrupte Wende im Leben der Sonmi~451. Ich mochte alle Charaktere in diesem Buch, ich wollte mehr über sie erfahren, obwohl sie alle so verschieden sind. Ab einem bestimmten Zeitpunkt wollte ich nur eines nicht mehr: Dass das Buch jemals enden würde. David Mitchell hat viele phantastische Welten erschaffen, sie alle miteinander verknüpft und…lest dieses Buch!

Deshalb gibt es von mir hier auch 5 von 5 Sternen.

 

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