[Rezension]: Andrea Camilleri, „Das Spiel des Patriarchen“

„Das Spiel des Patriarchen. Commissario Montalbanos fünfter Fall“ (Commissario Montalbano #5)

Gelesen vom 06.04.2013 bis 09.04.2013

Ein neuer Fall für Commissario Montalbano. Ein junger Mann wird vor seiner eigenen Haustür erschossen. Und wenig später wird bekannt, dass ein älteres Ehepaar auf einmal spurlos verschwunden ist. Der Sohn ist sehr besorgt und wendet sich schließlich an Montalbano. Der braucht nicht lange, um herauszufinden, dass das Ehepaar und der junge Mann, der ermordet wurde, im selben Haus wohnen. Doch kannten sie sich auch? Immerhin lebte das Ehepaar sehr zurückgezogen und fiel den Nachbarn nur dadurch auf, dass es mit ihnen scheinbar so wenig wie möglich zu tun haben wollte. Der junge Mann hingegen brachte immer wieder verschiedene junge Frauen mit nach hause, was die direkte Nachbarin ziemlich störte.

Zeitgleich muss sich Montalbano mit dem Chef eines Mafiaclans herumärgern, der ihn zu vertraulichen Unterredungen in seine Villa läd und aus dem er nicht so richtig schlau wird. Und dann ist da noch Livia, Montalbanos ewige Verlobte, die nach jedem Telefongespräch mit ihm beleidigt ist – und er weiß überhaupt nicht, warum.

Es macht jedes Mal wieder Spaß, einen Krimi von Andrea Camilleri zu lesen. Obwohl es schon eine ganze Weile her war, dass ich den vorherigen Band der Reihe um Commissario Montalbano gelesen hatte, war ich gleich wieder in dieser tollen Stimmung gefangen, die Camilleri mit seinen Krimis erzeugt. Man könnte meinen, das schließt sich gegenseitig aus – ein Kriminalroman und ein schönes Buch, das einen zum schmunzeln bringt und für wohlige Stimmung sorgt, aber das tut es nicht.

Natürlich geht es um den zu lösenden Kriminalfall, der aber anfangs eher vor sich hin plätschert und dann am Ende eines jeden Buches der Reihe doch noch sehr spannend wird und gelöst wird. Allerdings ist auch die Nebenhandlung der Bücher interessant – man erfährt etwas über Montalbanos sehr spärlich vorhandenem Privatleben, sehr viel davon, was er isst und zumindest für mich wirken diese tollen Beschreibungen des sizilianischen Lebens fast wie Urlaub. Camilleri versteht es, ganze Geschichten fast nur mit Hilfe von Dialogen zu erzählen, was ich bewundernswert finde. Ich mag es, dass er einen Schreibstil besitzt, der einen das Buch in einem Rutsch weglesen lässt, man aber am liebsten noch mehr über den Kommissar und die Menschen, mit denen er bei diesem Fall zu tun hatte, erfahren würde.

Hunger bekomme ich beim Lesen von Montalbanos Fällen auch immer, da seine Haushälterin ihm immer sehr leckere Sachen zum Abendessen da lässt und er in der Mittagspause häufiger essen geht.

Ich habe mich auch vom fünften Fall Commissario Montalbanos sehr gut unterhalten gefühlt und kann diese Krimireihe nur empfehlen!

Hier vergebe ich 4 von 5 Sternen.

Reihenfolge:
Die Form des Wassers (Commissario Montalbano #1)
Der Hund aus Terracotta (Commissario Montalbano #2)
Der Dieb der süßen Dinge (Commissario Montalbano #3)
Die Stimme der Violine (Commissario Montalbano #4)
Das Spiel des Patriarchen (Commissario Montalbano #5)
Der Kavalier der späten Stunde (Commissario Montalbano #6)
Das kalte Lächeln des Meeres (Commissario Montalbano #7)
Die Passion des stillen Rächers (Commissario Montalbano #8)
Die dunkle Wahrheit des Mondes (Commissario Montalbano #9)
Die schwarze Seele des Sommers (Commissario Montalbano #10)
Die Flügel der Sphinx (Commissario Montalbano #11)
Die Spur des Fuchses (Commissario Montalbano #12)
Das Ritual der Rache (Commissario Montalbano #13)
Die Tage des Zweifels (Commissario Montalbano #14)
La danza del gabbiano – noch nicht übersetzt erschienen (Commissario Montalbano #15)
La caccia al tesoro – noch nicht übersetzt erschienen (Commissario Montalbano #16)
Il sorriso di Angelica – noch nicht übersetzt erschienen (Commissario Montalbano #17)
Il gioco degli specchi – noch nicht übersetzt erschienen (Commissario Montalbano #18)
Una lama di luce – noch nicht übersetzt erschienen (Commissario Montalbano #19)
Una voce di notte – noch nicht übersetzt erschienen (Commissario Montalbano #20)

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