[Rezension]: Craig Russel, „Walküre“

Walküre“ von Craig Russell

Gelesen vom 20.02.2013 bis 27.02.2013

Hauptkommissar Jan Fabel hat in seinem fünften Fall auch mit privaten Problemen zu kämpfen. Seine Freundin, die Polizeipsychologin Susanne findet, er habe zu wenig Zeit für sie. Seine Tochter möchte gerne zur Polizei und seine Ex-Frau, die damit gar nicht einverstanden ist, macht ihn dafür verantwortlich und möchte, dass er ihr diese Idee sofort wieder ausredet.

Aber auch beruflich läuft nicht alles rund – Fabel ist sich nicht sicher, ob eine Mitarbeiterin in seinem Team auf Dauer noch tragbar ist und auf der Reeperbahn wird einem britischen Popstar der Bauch aufgeschlitzt. Bevor er im Krankenhaus stirbt, kann er nur noch die Nachricht seiner Mörderin überbringen: Der Engel ist wieder zurück.

Doch Fabel ist sich von Anfang an nicht sicher, ob dieser Mord wirklich das Werk des Engels von St. Pauli war, der vor zehn Jahren schon einmal auf der Reeperbahn sein Unwesen trieb. Denn bald wird ein serbischer Schwerverbrecher ermordet und einiges deutet darauf hin, dass drei junge Frauen in der ehemaligen DDR von der Stasi als Profikillerinnen, als „Walküren“ ausgebildet wurden. Sie sollten im Westen Auftragsmorde begehen. Ist der Engel nun wirklich zurück, oder hat eine der Walküren die Morde begangen? Existierten die Walküren überhaupt?

Vielleicht war es nicht so klug, nachdem ich vor Jahren (ich glaube, es war 2009) den ersten Band der Thriller-Reihe um Kommissar Jan Fabel gelesen habe, jetzt mit Band 5 weiterzumachen. Aber der Klappentext reizte mich und was mich noch mehr dazu gebracht hat, dieses Buch zu lesen, war das wunderschöne Cover. Es war auch nicht so verwirrend, wie ich vorher dachte, nach Band 1 gleich Band 5 zu lesen, da ich vom Privatleben Fabels, wie ich gestehen muss, sowieso nicht mehr so viel wusste.

Den Schreibstil fand ich sehr gut, was mir auch gefallen hat, war, dass immer wieder aus einer anderen Perspektive erzählt wurde. Es ist in Thrillern ja mehr als üblich, dass ein Teil aus der Sicht des Mörders erzählt wird, aber hier fand ich die Passagen aus der Sicht der Walküre – oder eben doch aus der Sicht des „Engels von St. Pauli“? – besonders spannend. Man bekam hier Einblick in das Leben einer Frau, die einen Auftragsmord auch nur als „Auftrag“ versteht und nichts anderes. Die Menschen tötet, wie andere Leute Akten bearbeiten und sich danach wieder ihrer Freizeit widmet. Mich ließ das nicht so kalt, vor allem, da es bei Craig Russel generell immer ziemlich blutig zugeht.

Dabei war das Buch stellenweise auch wirklich witzig, z.B. wenn es um Fabels Privatleben ging und seine Ex-Frau ihn dazu drängte, seiner Tochter klar zu machen, dass sie auf keinen Fall wie ihr Vater zur Polizei gehen solle. Und mit diesem Ende hat mich Mr. Russel dann total überrascht. Mit dieser Auflösung hätte ich im Leben nicht gerechnet!

Deshalb gibt es hier von mir auch 4 von 5 Sternen.

Advertisements

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s