[Rezension]: Volker Klüpfel und Michael Kobr, „Rauhnacht“

Rauhnacht“ von Volker Klüpfel und Michael Kobr

Gelesen vom 10.02.2013 bis 15.02.2013

Im fünften Band der Kluftinger-Reihe sollte sich Kommissar Kluftinger eigentlich auf ein erholsames Ferienwochenende mit seiner Frau Erika in den verschneiten Allgäuer Bergen freuen. Schließlich hat ihn die Hotelchefin persönlich eingeladen. Was seine Freude auf das Wochenende allerdings ganz erheblich trübt, ist, dass das Ehepaar Langhammer mit von der Partie ist.

Und natürlich erwarten alle – allen voran Doktor Langhammer -, dass Kommissar Kluftinger in dem an diesem Wochenende anstehenden Kriminalspiel den Fall in kürzester Zeit lösen wird.

Aus dem Spiel wird in kürzester Zeit Ernst, da Mario Weiß, der sich bei den anderen Gästen schon bald nach seiner Ankunft im Hotel unbeliebt gemacht hat, ermordet in seinem von innen abgeschlossenen Zimmer gefunden wird. Kluftinger legt seine Poirot-Verkleidung ab und fängt an, richtig zu ermitteln. Lieber wäre dem Kommissar, wenn seine Kollegen von der Spurensicherung vor Ort wären, da aber ein Schneesturm um das Hotel tobt und Lawinengefahr herrscht, kann niemand das Hotel betreten oder verlassen und Kluftinger muss sich auf die Zusammenarbeit mit Langhammer einlassen.

Dieser strapaziert Kluftingers Nerven sehr, da er mit einem Detektivkoffer ankommt, den ihm seine Mutter geschenkt hat und grundsätzlich von allen Zeugen Fingerabdrücke nehmen will – wenn nötig, auch mit Gewalt.

Ich muss gestehen, dass ich noch nie einen Krimi von Agatha Christie gelesen habe, aber wenn hier der Stil ihrer Krimis nachgeahmt wurde, muss ich wohl unbedingt einmal einen lesen. Der fünfte Fall ist nicht so spektakulär wie sein Vorgänger, aber er passt zu dem Handlungsort, an dem er sich abspielt. Außerdem ist die eher unfreiwillige Zusammenarbeit mit dem Doktor immer wieder zum Schreien komisch und ich habe das eine oder anderen Mal vor mich hin gekichert. Scheinbar kann Kluftinger die Gesellschaft von Langhammer doch besser ertragen, als er bisher dachte.

Ansonsten ist Klufti natürlich wieder sein unverkennbares, schrulliges Selbst und bringt sich immer wieder in sehr skurrile Situationen – ob nun beim Frühstücksbuffet, mit dem er nicht zurechtkommt oder gar bei seinen Ausflügen ins Internet, bei denen er auf dubiosen Seiten mit seinem Kollege Maier chattet, der der einzige ist, der zwischen den Weihnachtsfeiertagen und Silvester Dienst hat und sich als erstaunlich nützlich erweist.

Dieser Kluftinger hat mir genauso gut gefallen wie der vorherige Fall, obwohl oder gerade weil er von der Handlung und der Stimmung her grundverschieden ist. Es war auch interessant, Kommissar Kluftinger einmal fast ganz auf sich allein gestellt ermitteln zu sehen. Sehr empfehlenswert!

Hier vergebe ich 5 von 5 Sternen.

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[Rezension]: Rainer Löffler, „Blutsommer“

Blutsommer“ von Rainer Löffler

Gelesen vom 07.02.2013 bis 09.02.2013

Von „Blutsommer“ hatte ich schon im Sommer 2012 eine Leseprobe auf „Vorablesen“ gelesen. Und nachdem mein Freund sich das Buch gekauft hatte, wollte ich es unbedingt auch lesen und musste es mir einfach von ihm leihen – schließlich hatte ich es ihm aufgrund der Leseprobe empfohlen!

Martin Abel, der beste aber auch schwierigste Fallanalytiker des Stuttgarter LKAs, wird von seinem Chef zusammen mit seiner jungen Kollegin Hannah Christ nach Köln beordert. Denn Dort treibt in diesem heißen Sommer ein Serienmörder sein Unwesen. Seine grausame Art zu töten hat ihm den Spitznamen „Der Metzger“ eingebracht.

Die Kölner Kriminalbeamten, die bisher in diesem Fall ermittelt haben, sind nicht sehr begeistert darüber, mitten in den Ermittlungen einen Mann vom LKA Stuttgart vor die Nase gesetzt zu bekommen. Und Abel macht ihnen die Sache mit seiner mürrischen und manchmal sehr verletzenden Art und Weise nicht gerade einfacher. Auch seine junge Kollegin stößt er öfter vor den Kopf, doch diese lässt sich davon nicht entmutigen. Schließlich ist sie mit Martin Abel nach Köln gereist, um ihm bei seiner Arbeit über die Schulter zu schauen und viel von ihm zu lernen.

Und das tut sie, wobei die Kollegen aus Köln über Abels Methode, sich in den Kopf des Täters hineinzuversetzen, nur mit dem Kopf schütteln. Hannah Christ war mir von Anfang an sympathisch, sie weiß, was sie will und lässt sich auch durch einen undurchsichtigen und sehr launischen Kollegen nicht davon abbringen. Aber – und man glaubt es kaum – auch Martin Abel ist mir im Laufe der Handlung durchaus sympathisch geworden. Man erfährt im Laufe des Falles, den Abel und Christ miteinander lösen, immer mehr über den Fallanalytiker und kann so manches, worüber man anfangs noch mit Empörung reagiert hat, sogar verstehen.

Den Fall an sich fand ich sehr spannend, vor allem, da ich etwa in der Mitte des Buches einen Verdacht hatte, wer der Mörder sein könnte, von diesem dann aber durch den Autor wieder abgebracht wurde und sich dieser Verdacht dann am Ende aber doch bestätigte. Solche Verwirrspielchen liebe ich ja!

Was mich etwas irritiert hat, waren die Nachnamen des Ermittlerduos – Abel und Christ? Möchte der Autor einem damit jetzt etwas sagen, oder ist das Zufall?

Alles in allem war dieser Thriller ein solides Debut des Autors und ich bin schon gespannt auf den nächsten Fall von Martin Abel – vielleicht spielt dieser dann ja in Stuttgart?

Hier vergebe ich 4 von 5 Sternen.

[Rezension] Veronica Roth, „Insurgent“

„Insurgent“ von Veronica Roth

Gelesen vom 01.02.2013 bis 06.02.2013

Ich war sehr gespannt auf die Fortsetzung von „Divergent“, ich brauchte nur ein wenig, um in „Insurgent“ hineinzukommen, da es schon eine Weile her war, seit ich den ersten Teil der Trilogie gelesen hatte.

Achtung, Spoiler! Wer den ersten Band nicht gelesen hat, sollte hier nicht unbedingt weiterlesen!

Tris und Tobias sind nun bei den Amity untergekommen, allerdings ist Tris nicht wirklich glücklich mit ihrer Momentanen Situation. Einige der Dauntless stehen immer noch unter der mentalen Beeinflussung Janines und der Erudite. Somit stehen Tris und die anderen andauernd unter Strom und leben in der Gefahr, von Janine manipuliert zu werden.

Zusätzlich dazu macht sich Tris bittere Vorwürfe, da sie einen ihrer besten Freunde erschossen hat. Zwischen Tobias und ihr bahnt sich zwar eine Liebesbeziehung an, allerdings haben beide Geheimnisse voreinander, was das Miteinander mit der Zeit etwas schwierig gestaltet. Langsam aber sicher entsteht zwischen Tris und Tobias eine Mauer, die Tris allerdings überwinden könnte, wenn sie nur über ihren Schatten springen und Tobias alles erzählen würde.

Doch das tut sie nicht, ganz im Gegenteil. Tris war mir in diesem zweiten Band der Trilogie immer noch sehr sympathisch, allerdings konnte ich einige Aktionen von ihr überhaupt nicht nachvollziehen. Das fand ich nicht schlimm, schließlich können sich Romanfiguren nicht immer so verhalten, wie man selbst das gerne hätte. Ihre Entscheidungen haben mich nur oft mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend zurückgelassen, da ich mir sicher war, dass sie Tobias verletzen würden.

Über einige Charaktere, wie zum Beispiel Tobias oder auch seine Eltern hätte ich gerne mehr erfahren. „Insurgent“ lässt den Leser am Ende mit genauso vielen Fragen zurück, wie es schon der Vorgänger „Divergent“ getan hat. Es ist ein sehr spannungsgeladenes Buch, sowohl, was die Beziehungen der Charaktere untereinander, als auch was deren Handlungen angeht.

Mir fällt es nur schwer, mehr zu diesem Buch zu schreiben, ohne zuviel zu verraten. „Insurgent“ hat mich sehr gefesselt und ich habe mit Tris und den anderen mitgelitten, obwohl ich manche ihrer Entscheidungen so nicht nachvollziehen konnte und anders gehandelt hätte. Die Welt, die Veronica Roth hier erschaffen hat, ist definitiv keine Welt, in der ich leben wollen würde und ich bin sehr gespannt, zu welchem Ende die Trilogie mit dem letzten Band kommen wird. Manches Mal klang – zumeist bei Tobias- durch, dass sich einige der Menschen durchaus nach einer Welt ohne Einteilung in Fraktionen sehnen. Nach einer Welt, in der auch die Menschen einen Platz haben, die sich in keine oder in mehrere der Fraktionen passen, ihren Platz haben und nicht an den Rand der Gesellschaft befördert oder gar gejagt werden.

Ich kann mir nur noch nicht vorstellen, wie das zu schaffen sein soll. Aber ich werde mich im dritten Band natürlich gerne überraschen lassen!

Hier vergebe ich 4 von 5 Sternen.

[Rezension] Kai Meyer, „Arkadien erwacht“

„Arkadien erwacht“ von Kai Meyer

Gelesen vom 26.01.2013 bis 31.01.2013

Auch auf diese Trilogie machte mich eine Freundin aufmerksam. Da ich vor ewigen Zeiten mal ein Buch von Kai Meyer aus der Bibliothek ausgeliehen hatte und ich noch wusste, dass ich das damals ziemlich gut fand, beschloss ich, die Arkadien-Trilogie auch mal zu lesen. Schon der Klappentext klang sehr spannend: Raubtiere, ein Geheimnis, Verfeindete Mafia-Clans, eine „Romeo & Julia“ – Liebesgeschichte? Das musste ich lesen!

Der Anfang erinnerte mich entfernt an „Twilight“, da die Hauptprotagonistin, Rosa, zu ihrer Familie nach Sizilien fliegt, aber ihr gesamtes bisheriges Leben in den USA verbracht hat. Damit hören die Gemeinsamkeiten mit „Twilight“ aber zum Glück auch wieder auf. Im Flugzeug begegnet Rosa Alessandro, der ihr sofort auffällt. Allerdings gehört er dem Mafia-Clan an, mit dem Rosas Familie bis auf den Tod verfeindet ist. Erst kümmert sie das nicht, schließlich möchte sie einfach nur ihr Leben in den USA hinter sich lassen, aber nach und nach kann sie gar nicht mehr anders, als sich in Familienangelegenheiten hineinziehen zu lassen. Denn alle Clans der Cosa Nostra umgibt ein Geheimnis, das noch viel gefährlicher ist, als „nur“ der Mafia anzugehören…

Dieses Buch hat mich von Anfang an gefesselt. Anfangs kam ich leider nur nicht einmal eine Stunde am Tag zum Lesen, aber auf der Zugfahrt, die ich dann unternommen habe, habe ich das Buch dann fast gar nicht mehr aus der Hand legen können. Kai Meyer hat einfach einen sehr tollen Schreibstil und die beiden Hauptcharaktere sind sehr interessant. Man möchte von Anfang an unbedingt mehr über sie und ihre Familien erfahren.

Rosa ist eine sehr schwierige junge Frau, aber gerade deshalb war sie mir sofort sympathisch – wenn auch nicht ganz, da sie es mit dem Gesetz nicht so genau nimmt, aber das gehört wohl bei einem Mitglied einer Familie, die der Cosa Nostra angehört, dazu. Alessandro wirkt ganz anders, nicht so aggressiv und menschenscheu wie Rosa, er war mir von Anfang an sehr sympathisch, auch wenn es immer wieder Momente gab, an denen Rosa (und somit auch ich) an seiner Loyalität ihr gegenüber zweifelte.

Ich fand es sehr toll, wie der Autor Fantasy-Elemente mit der realen Welt vermischt und einen das als Leser gar nicht stört. Am Anfang hätte ich nie geahnt, in welche Richtung sich dieses Buch entwickeln würde und vor allem fand ich es sehr spannend, das Geschehen aus dem Blickwinkel des einen oder anderen Clans der Cosa Nostra aus zu verfolgen, so etwas in der Art habe ich hier zum ersten Mal gelesen. Ich fand den Auftakt der Trilogie toll und werde die nächsten zwei Bände auf jeden Fall ebenfalls lesen. Ich kann diese Bücher nur empfehlen!

Hier vergebe ich 4 von 5 Sternen.

[Rezension] Marie-Sabine Roger, „Das Labyrinth der Wörter“

„Das Labyrinth der Wörter“ von Marie-Sabine Roger

Gelesen vom 20.01.2013 bis zum 26.01.2013

Eine Freundin hatte mir die Verfilmung dieses Buches schon vor einem Jahr ans Herz gelegt und als ich das Buch dann in der Buchhandlung liegen sah, musste ich es einfach kaufen. Es klang so toll und auch die ersten Sätze hatten es mir angetan:

„Ich habe beschlossen, Margueritte zu adoptieren. Sie feiert bald ihren sechsundachtzigsten Geburtstag, da sollte man nicht zu lange warten. Alte Leute sterben gern.“

Germain Chaze ist nicht gerade der Hellste. Aber er ist eine Seele von Mensch. Als er eines Tages Margueritte im Park trifft, die auf „seiner“ Bank sitzt und, genau wie er, Tauben zählt, verändert sich sein Leben. Denn es ist Margueritte, die Germain mit Büchern bekannt macht. Die ihn dadurch, dass sie anfängt, ihm regelmäßig vorzulesen, erkennen lässt, dass spannende und ihn berührende Geschichten in Büchern stecken. Die ihm eines dieser tollen Bücher sogar schenkt. Das Problem ist nur, dass Margueritte nicht weiß, dass Germain gar nicht lesen kann…

„Das Labyrinth der Wörter“ hat mir jetzt nicht total umgehauen, aber die kleine, wunderschöne Geschichte hat mir wirklich gefallen. Germain wuchs zumindest mir sofort ans Herz, auch wenn er Anfangs einige Ansichten hatte, die ich wirklich nicht teilen konnte. Aber ich fand es faszinierend zu lesen, wie bei jemandem, der kaum lesen kann und sich bis vor kurzem gar nicht mit Büchern beschäftigt hat, plötzlich „der Funke überspringt“ und er merkt, wie sein Leben durch Bücher viel spannender wird und sich ihm ganz neue Welten eröffnen.

Es war auch schön zu sehen, wie schnell Margueritte und Germain einander ans Herz wachsen und was für eine feste Bindung zwischen den beiden so unterschiedlichen Menschen entsteht. Es hätte mich interessiert, mehr über die alte Dame und ihr Leben zu erfahren, denn davon bekam man, da die Handlung der Geschichte von Germain erzählt wird, nicht so viel mit.

Insgesamt fand ich die Geschichte aber wunderschön und manchmal auch traurig. Es wird erzählt, wie zwei ganz unterschiedliche Menschen sich durch die Liebe zu Büchern miteinander anfreunden – und Bücher über Bücher und das Lesen lese ich eigentlich immer gern!

Bei diesem Buch vergebe ich 3 von 5 Sternen.