[Rezension] Laura Brodie, „Stimmen in der Nacht“

„Stimmen in der Nacht“ von Laura Brodie

Gelesen vom 08.01.2013 bis zum 13.01. 2013

In einer lauen Sommernacht hört die Dozentin Emma die Stimmen dreier ihrer Studenten am Bach, der über ihr riesiges Grundstück fließt. Sie geht hinaus, um mit ihnen zu reden, doch später eskaliert die Situation im Haus. Maggie, Emmas kleine Tochter, hat die alles mit angesehen und die Bilder der Gewalt lassen sie nicht in Ruhe.

10 Jahre später kommt Maggie ihre neue Mathelehrerin, Mrs. Murdock, sehr seltsam vor. Sie sieht ihr nie ins Gesicht und Maggie hat das Gefühl, dass sie sie nicht leiden kann – was auf Gegenseitigkeit beruht. Maggie beschließt, nicht mehr in den Matheunterricht zu gehen, doch als sie vom Schulpolizisten im Wald entdeckt wird und der sie schließlich mit Mrs. Murdock konfrontiert, kommt zum Vorschein, was längst vergessen schien. Doch was ist vor 10 Jahren wirklich geschehen?

Der Klappentext dieses Buches hat mich sofort angesprochen. Vor einiger Zeit habe ich auch das erste Kapitel des Buches bei vorablesen.de als Leseprobe gelesen, habe das Buch dann allerdings nicht gewonnen. Deshalb beschloss ich, dass ich es mir unbedingt kaufen müsse, was ich dann diesen Monat endlich auch mal getan habe.

Das Buch war nicht ganz das, was ich erwartet hatte, aber ich fand es gut. Ich hatte eher einen Thriller erwartet, aber ich weiß gar nicht, zu welchem Genre ich dieses Buch eigentlich zählen soll. Der Anfang war sehr, sehr spannend und nach etwa der Hälfte des Buches hat die Autorin eine von mir sehr unerwartete Wendung eingebaut, was ich wirklich genial fand.

Nach dieser Wendung ging es dann allerdings nicht mehr ganz so spannend weiter wie bisher, obwohl es mir beim Lesen des gesamten Buches nie langweilig wurde. Es ist nur schwierig, über dieses Buch zu schreiben, ohne jemandem, der es noch nicht gelesen hat, zu viel zu verraten.

Ich mag es, wie Laura Brodie ihre Charaktere zeichnet, wie sie sie beschreibt. Besonders mit Maggie konnte ich als Leser mitfühlen, ich fühlte fast das, was sie fühlte. Aber auch Emma konnte ich während der fortlaufenden Handlung zwar nicht immer verstehen, aber doch mit ihr mitfühlen. In diesem Roman wird deutlich, wie sehr eine einzige Nacht, die eigentlich ganz harmlos begann, das Leben nicht nur einer, sondern mehrerer Familien völlig umkrempeln kann. So, dass von da an nichts mehr dasselbe ist, wie sehr auch alle versuchen, das Geschehene zu vergessen und unter den Teppich zu kehren.

Es war nicht das tollste Buch, das ich jemals gelesen habe, aber das hatte ich auch nicht erwartet. Mir hat es jedenfalls gefallen und ich finde, es ist wirklich lesenswert.

Bei diesem Buch vergebe ich 3 von 5 Sternen.

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3 Gedanken zu “[Rezension] Laura Brodie, „Stimmen in der Nacht“

  1. Die Leseprobe habe ich auch gelesen und hätte auch gedacht, dass einen eher ein spannender Thriller erwartet, habe nun tatsächlich schon mehrfach gelesen, dass das nicht der Fall ist. Deine Meinung schließt sich da an. Interessant. 🙂

    • Ja, das geht einem noch die ersten hundert Seiten oder sogar darüber hinaus so, dass man denkt, es würde auf einen Thriller hinauslaufen…tut es aber nicht. Das tut dem Buch aber auch keinen Abbruch. Ich finde es faszinierend, dass man den Anfang eines Buches so schreiben kann, dann keinen Thriller draus macht und es trotzdem noch spannend bleibt. Gut, es hatte auch die eine oder andere Länge, aber ich bin froh, dass ich es mir gekauft und endlich ganz gelesen habe. 🙂

      Denkst du drüber nach, es dir vielleicht auch noch zu kaufen?

      • Nein, eher nicht. Vielleicht hab‘ ich ja Glück, dass ich es mir irgendwann mal leihen kann, oder wenn es als ebook vielleicht mal als Schnäppchen zu haben wäre.

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